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Frozen Shoulder oder Schultersteife (adhäsive Kapsulitis)

Eine andere Sichtweise

Vorweg und stark verkürzt → wir behandeln aus gutem Grund anders!

Zusammengefasst unterscheidet sich unsere Behandlung der Frozen Shoulder folgendermaßen, im Gegensatz zu „typischen“ medizinischen Verfahren:

  • Wir behandeln andere Strukturen, umfangreicher, sowohl global als auch lokal detaillierter, mit anderen Techniken und Intensitäten und haben einen anderen Fokus, welche Gewebe wir erreichen wollen, weil wir bestimmte Körpersysteme in einer bestimmten Reihenfolge adressieren.
  • Unsere Beobachtung ist, dass es eigentlich gar nicht so kompliziert ist, wenn man zur richten Zeit die richtigen Dinge tut. Das gilt für unsere Therapie als auch für Ihre eigenen Maßnahmen! Meist sind dann erhebliche und zügige Verbesserungen bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu erreichen.

Übersicht des folgenden Textes

(Anm.: für die Informationen auf dieser Seite haben wir einen umfangreichen Forschungsaufwand betrieben, wissenschaftliche Quellen finden Sie im Text und unten im Literaturverzeichnis)

Behandlungstermin

Wenn es direkt losgehen soll

Zuerst die schulmedizinische Sicht: Was ist eine Frozen Shoulder?

An dieser Stellen machen wir es kurz: die Frozen Shoulder ist eine Einschränkung der Beweglichkeit der Schulter, die sogenannte Schultersteife oder auch adhäsive Kapsulitis. Meist handelt es sich um eine Bewegungseinschränkung aller Bewegungsrichtungen in unterschiedlichem Ausmaß. Je nach Stadium kann diese Bewegungseinschränkung schmerzfrei, leicht oder auch äußerst schmerzhaft sein. Manchmal sind die Schmerzen auch schon in Ruhe, z. B. nachts vorhanden. Wenn die Schulter eingesteift ist, findet man eine Reihe von geweblichen Veränderungen im Schultergelenk, insbesondere der Schulterkapsel oder in umliegenden Geweben, was aber genau die Ursache für diese Veränderungen ist, ist noch weitgehend unklar (Cho et al., 2019).

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir überein)

Wen „erwischt“ es?

Frauen sind etwas häufiger als Männer betroffen, der Altersgipfel liegt im „Mittelalter“, also zwischen 40-60 Jahren. Es gibt eine gewisse Häufung bei Menschen, die zusätzlich eine Vorbelastung haben mit Schildrüsenfunktionsstörungen, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes mellitus (und in geringem Ausmaß noch anderer Erkrankungen). Ca. ein Drittel der Schultersteifen treten leider auch beidseitig auf, teilweise zeitgleich, häufig aber zeitlich versetzt.

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir überein)

2 Formen der Frozen Shoulder: die primäre und die sekundäre

Primäre Form heißt mehr oder weniger „es gibt keinen erkennbaren Grund für die Frozen Shoulder“, sie tritt spontan auf.

Als sekundäre Form bezeichnet man die Frozen Shoulder, wenn sie als Folge einer anderen Belastung (Erkrankung oder Trauma) auftritt. In den meisten Fällen führt diese Belastung zu einer temporären Ruhigstellung der Schulter oder zumindest einer eingeschränkten Bewegung (häufig bedingt durch Schmerzen). Als Folge laufen dann verschiedene Prozesse ab, die nach und nach die Schulter einsteifen und eine Frozen Shoulder zur Folge haben. Die vorübergehende Bewegungseinschränkung führt zu einem dauerhaften Zustand.

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir überein)

Verlauf der primären Frozen Shoulder

Typisch wird der Verlauf dieser plötzlich auftretenden Form der Schultersteife in 3 Phasen eingeteilt:

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir NICHT überein. Wir sehen es als einen fließenden Prozess, der direkt mit der Qualität des Faszienzustandes korreliert)

Stadium 1 (Initialphase): häufig schmerzhaft beginnend, von leicht auffällig bis sehr schmerzhaft. Diese Phase kann 2-9 Monate andauern.

Stadium 2 (Einsteifungsphase): häufig wird der Schmerz weniger, allerdings auch die Beweglichkeit der Schulter, sie wird nach und nach steifer. Die Dauer dieser Phase wird mit 4-12 Monaten angegeben.

Stadium 3 (Lösungsphase): nach und nach wird die Schulter wieder beweglicher.

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir überhaupt NICHT überein)

Verlauf der sekundären Frozen Shoulder

Dieser Verlauf hängt von der darunter liegenden Problematik ab. Je nach Erkrankung und nach Ausmaß der Beschädigung nach Trauma, kann die Schulter nur kurz oder sehr lange bei üblichen Therapien bewegungseingeschränkt oder schmerzhaft bleiben. Das Trauma kann durch Unfall oder leider auch durch Operationen ausgelöst sein, teilweise kann schon ein „Bagatelltrauma“ zu einer Frozen Shoulder führen (Toft et al., 2019).

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir überein)

(Aber: häufig werden bei der Behandlung der Schulterbeschwerden, zumindest aus unserer Sicht, die faszialen Zusammenhänge nicht betrachtet, so dass viele Traumen nicht angemessen behandelt wurden oder einige Operationen unnötig waren. Die sich daraus entwickelte Frozen Shoulder hätte möglicherweise bei einer anderen Herangehensweise der Behandlung dann noch verhindert werden können.)

Aus unserer Sicht geht es um VIEL mehr, als „nur“ um das Schultergelenk

Unsere alternative Sicht auf eine Frozen Shoulder

Typische ärztliche Aussagen sind „die Problematik ist selbstlimitierend, d.h. dass das Problem wieder von alleine verschwindet, wenn man nur lang genug wartet“, von 5 Monaten bis 2 Jahren ist die Rede. (Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir NICHT überein, aus unserer Sicht werden zu wenig andere Gewebestrukturen und deren Qualität bei der Diagnosestellung einbezogen. Aus unserer Sicht hat die derzeitige medizinische Wahrnehmung einen toten Winkel in Bezug auf Ausmaß und Bedeutung der faszialen Strukturen und Faszien als System.  Diese Unkenntnis vieler Ärzte oder anderer Therapeuten führt dann ungewollt zu anderen Interpretationen des Phänomens „Frozen Shoulder“. Zumindest wäre das die Erklärung aus unserer Sicht.) Diese Aussage ist verständlich, denn so steht es in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. und in der D-A-CH Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie e. V. (187-020l_S2e_Schultersteife_2022-07.pdf, o. J.). „Lösungsphase und selbstlimitierend“ hören sich gut an und es stimmt in vielen Fällen auch, aber diese Aussage sehen wir kritisch, denn bei genauerer Betrachtung der Forschung findet man teilweise Ergebnisse, die darauf hindeuten, dass viele Patienten einige Jahre länger immer noch Bewegungseinschränkungen haben (Hand et al., 2008; Kim et al., 2020). So beschreiben Rangan et al. (2020), dass ca. etwa 40% der Patienten auch 4 Jahre später immer noch Einschränkungen haben (Rangan et al., 2020). Der Rekord unser Patientin lag (vor ihrer Behandlung bei uns) bei 25 Jahren mit erheblichen Einschränkungen. Aus unserer Sicht sind diese lange Beschwerdezeiten darauf zurückzuführen, dass sich über längere Zeiträume kaum bis gar nicht die Qualität des Bindegewebes/der Faszien angeschaut wird, bzw. kaum Maßnahmen zur Verbesserung betrieben werden. Ein paar Übungen, Kortison oder andere Medikamente sind definitiv zu wenig, um das Bindegewebe wieder in einen gesunden Zustand zu versetzen. Es werden zwar die Resultate in den oben genannten Stadien beschrieben, wie der Zustand der Verschlimmerung oder ob es langsam wieder aufwärts geht, aber es wird nicht im Zusammenhang gesehen, ob es dem Bindegewebe/den Faszien (extrazelluläre Matrix und Bindegewebszellen, wie z. B. den Fibroblasten) aktuell „gutgeht“ (Akbar et al., 2018; Akbar, McLean, Garcia-Melchor, Crowe, McMillan, Fazzi, Martin, Arthur, Reilly, McInnes, et al., 2019; Cher et al., 2018; Croft et al., 2019; Jump et al., 2021; LeBleu & Neilson, 2020; Phansopkar & Qureshi, 2022). Leider befindet sich die Forschung der Zellbeteiligung, insbesondere der Fibroblasten, eher noch im Bereich der Grundlagenforschung, so dass Erkenntnisse hier bisher kaum bis gar keinen Eingang in die orthopädische Behandlung gefunden haben.

Diagnose der Frozen Shoulder

In den meisten Fällen wird nach verschiedenen Veränderungen gesucht, die charakteristisch für eine Frozen Shoulder sind. Dies kann mit bestimmten Bewegungstests und manuellen Untersuchungen geschehen, häufig wird die Bildgebung genutzt (meist MRT, gelegentlich auch Röntgen oder Sonographie), selten, zum Ausschluss anderer Erkrankungen, werden noch Blutuntersuchungen bemüht. Wenn bei der Bildgebung ein Verdickung der Gelenkkapsel der Schulter zu finden ist, ist die Diagnose häufig Frozen Shoulder. Diese Verdickung der Gelenkkapsel kann durch verschiedene Mechanismen ausgelöst werden, bisher ist ein genauer Zusammenhang und das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren noch relativ unklar. Man sieht zwar die resultierenden Veränderungen der unterschiedlichen Gewebestrukturen (insbesondere der Gelenkkapsel), aber kausale biochemischen Details bleiben unklar (Abrassart et al., 2020; Akbar et al., 2019; Brun, 2019; Cho et al., 2018; Kobayashi et al., 2019; Kraal et al., 2020; Mezian et al., 2021).

(Anmerkung FASZIEN-HELDEN: mit diesen Aussagen stimmen wir NICHT überein)

Darum sind wir mit „üblichen“ Diagnosen unzufrieden

Aus unserer Sicht werden zu wenig andere Gewebestrukturen und deren Qualität bei der Diagnosestellung einbezogen. Die derzeitige medizinische Wahrnehmung hat einen toten Winkel in Bezug auf Ausmaß und Bedeutung der faszialen Strukturen und der Faszien als regulierendes Körper-System.  Diese Unkenntnis vieler Ärzte (nicht aller) oder anderer Therapeuten führt dann ungewollt zu anderen Interpretationen des Phänomens „Frozen Shoulder“. Zumindest wäre das die Erklärung aus unserer Sicht.

Übliche medizinische Behandlungen der Frozen Shoulder

Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. und die D-A-CH Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie e. V. empfehlen folgende operative und nicht operative Behandlungsverfahren (187-020l_S2e_Schultersteife_2022-07.pdf, o. J.):

Nicht operative Therapien:

  • Physiotherapie
  • Trainings- und Übungsprogramme
  • Manuelle Therapie
  • Intraartikuläre Kortisoninjektion
  • Orale Kortisontherapie
  • NSAR (nicht steroidale Antiphlogistika → Medikamente zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber)
  • Narkosemobilisierung
  • Hydrodilatation
  • Stoßwellentherapie
  • Tiefe und oberflächliche Wärmetherapie
  • Elektrotherapie
  • Röntgenreizbestrahlung
  • Hyaluronsäure
  • (und seltene andere Verfahren ohne Empfehlung)

Operative Therapien:

Die Empfehlung für eine Operation wird von vielen Ärzten entweder nach einer gewissen Zeit des Abwartens, nach erfolgloser Therapie mit den oben genannten Verfahren oder auch direkt ohne vorherige Therapieversuche empfohlen.

Hier wird im Allgemeinen die arthroskopische Arthrolyse durchgeführt, d. h. mit einem Endoskop wird die Schulterkapsel durchstochen und innerhalb des Gelenkes werden Verklebungen verschiedener Strukturen durchschnitten.

Darum sind wir mit „üblichen“ Behandlungen nicht zufrieden

„Nur mit den Augen der andern kann man die eigenen Fehler gut sehen“ (chinesisches Sprichwort). Auch wenn China im Moment politisch bei vielen nicht beliebt ist, so ist doch dieses weise alte Sprichwort genau das: weise. Uns fällt es leicht, zumindest in unserer selektiven Wahrnehmung, Fehler im gängigen medizinischen System zu sehen. Hier die Hauptargumente, warum wir glauben, dass einige Behandlungsmethoden nicht empfehlenswert sind und dass wir, zumindest unserer Erfahrung nach, häufig bessere Ergebnisse bei der Behandlung der Frozen Shoulder haben:

Unsere Behauptung: In den derzeitigen medizinischen Untersuchungen ist der Fokus zu klein!

Leider wird meist das Schultergelenk/die Schulterkapsel mit der Rotatorenmanschette und schulternahe Strukturen detailliert betrachtet, aber nicht die Strukturen drumherum. Und mit drumherum meinen wir ziemlich viel drumherum! Wir untersuchen den Gesamtzustand der Bindegewebe (Faszien) unserer Patienten, denn dies gibt schon erste Hinweise, wie regional/global das Problem ist.

Unsere Behauptung: Es werden meist zuwenig Details untersucht!

Wir palpieren (betasten) deutlich detaillierter und in der Anzahl mehr anatomische Strukturen, weil aus unserer Sicht und je nach Vorgeschichte und Dauer der Beschwerden wirklich viele Strukturen später in ihrer Gesamtheit an einer Frozen Shoulder beteiligt sind. Vergisst man später eine Struktur und lässt diese unbehandelt, stört diese Struktur eben auch später die freie Beweglichkeit.

Unsere Behauptung: Viele angewendete Therapien sind nicht effektiv!

Durch die oben genannten Punkte bei der Diagnose entgehen unserer Erfahrung nach vielen Ärzten und Therapeuten dann auch wichtige Strukturen bei der Behandlung, so dass die Behandlung nicht vorangeht.

Unsere Behauptung: Einige Therapien schaden eher!

Diese Behauptung beinhaltet zwei Aspekte:

  • Erstens, so vermuten wir, führen einige Behandlungen zu weiteren Verletzungen oder Reizungen des Bindegewebes, was in einigen Fällen zu einer Verschlimmerung führt, so dass in Folge dann ausgerechnet die Zellen stimuliert werden, die weitere Verklebungen fördern: die Fibroblasten. Diese bilden bei bestimmten Reizungen weitere Fibrin- und Collagenfasern, die fortschreitend Strukturen miteinander verkleben können.
  • Zweitens geht wertvolle Zeit verloren. Wie oben schon dargestellt und aus welchen Gründen auch immer, werden bestimmte biologische Systeme aktiv, die nach und nach verschiedene Gewebe und Strukturen miteinander verkleben. Wir vermuten, dass das betroffene Gewebe sich in einem ungünstigen Stoffwechselzustand befindet. Sicherlich gibt es verschiedene Gründe für einen solchen Zustand, zu guter Letzt sind aber die Bindegewebe/Faszien und deren Zustand von zentraler Bedeutung, denn sie bestehen sowohl aus  extrazellulärer Matrix und bilden mit ihren Zellen diese extrazelluläre Matrix. Diese bildet die gesamt Infrastruktur unseres Körpers. Egal ob Zellen, Blut- oder Lymphgefäße, Nerven, Immunsystem, Faserproduktion… alles findet in diesem Medium statt. Zurück zum Zeitfaktor: aus unserer Sicht ist ein sehr großer Nachteil, wenn Faszien und Bindegewebe lange in einem ungünstigen Zustand verweilen. Hinweise auf eine Stoffwechselbeteiligung liefert die schon oben genannte Beobachtung, dass Personen mit Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen oder Fettstoffwechselstörungen gehäuft an einer Frozen Shoulder leiden. Unserer Erfahrung nach führt eine längere Zeit ungünstiger Stoffwechselzustand leichter zu einem größerem Ausmaß von Verklebungen. Daher sind, aus unserer Sicht, Warten und zeitverbrauchende ineffektive Therapien schlechte Strategien, da die nachfolgende Therapie unserer Beobachtung nach dadurch langwieriger wird und das Gesamtergebnis, je nach Ausmaß der Verklebungen, unter Umständen weniger optimal ausfallen kann.

Unsere Behandlung der Frozen Shoulder

  • Im Gegensatz zu den oben genannten medizinischen Behandlungen behandeln wir andere Strukturen, umfangreicher, sowohl global als auch lokal detaillierter, mit anderen Techniken und Intensitäten und haben einen anderen Fokus, welche Gewebe wir erreichen wollen, weil wir bestimmte Körpersysteme in einer bestimmten Reihenfolge adressieren und damit möglichst umfangreich normalisieren.
  • Unsere Beobachtung ist, dass es eigentlich gar nicht so kompliziert ist, wenn man zur richten Zeit die richtigen Dinge durchführt. Das gilt für unsere Therapie als auch für Ihre eigenen Maßnahmen! Meist sind dann erhebliche und zügige Verbesserungen bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu erreichen.

Für eine erfolgreiche Behandlung muss man viele Strukturen in der richtigen Reihenfolge behandeln

Das können Sie selber tun, um Ihre Frozen Shoulder zu verbessern

Ratschläge hängen von verschiedenen Aspekten ab. Vorher sollten ein paar Dinge geklärt sein, denn nur im Kontext machen bestimmte Ratschläge Sinn.

Ein Beispiel:

In den allermeisten Fällen sind bestimmte Übungen und Stretching zu empfehlen. Sollten sich Ihre Faszien/Bindegewebe allerdings gerade in einem Dauer-Reizzustand befinden, dann werden möglicherweise weitere Trainings- und Dehnimpulse von Ihren Geweben als zusätzlicher Reiz bzw. Stress wahrgenommen. Möglicherweise führt dies als Reaktion zu einer weiteren Bildung von bestimmten Fasern (Kollagen/Fibrin), die eine weitere Verklebung und damit eine weitere Versteifung Ihrer Schulter vorantreiben können.

Ein ziemlich gut funktionierender Ratschlag ist: hören Sie auf die Reaktionen Ihres Körpers!

Vorgehen:

  1. Sie machen bestimmte Übungen oder Dehnungen.
  2. Sie beobachten, ob diese Ihnen eher guttun und ob Sie das Gefühl haben, Ihr Zustand verbessert sich langsam.
  3. Abhängig vom Ergebnis des letzten Punktes
  4. setzen Sie Ihre Übungen fort.
  5. oder wenn es eher schlechter wird, kann es an den Übungen liegen oder auch nicht, da es noch andere Gründe für ein Voranschreiten der Beschwerden gibt.

Fazit: Ausprobieren

Ein weiterer Ratschlag ist begründet auf zigfache Erfahrungen: Warten sie bitte nicht lange auf Besserung! Wie oben schon dargestellt, gibt es ein Dilemma mit zwei Möglichkeiten:

1. Möglichkeit: Sie gehören glücklicherweise zu der etwas größeren Gruppe, bei der das Problem nach einigen Monaten bis einigen Jahren von alleine verschwindet. Sie sparen Geld und nach ein paar Monaten wird es vermutlich schon wieder gehen.

2. Möglichkeit: Sie gehören zu der kleineren, aber leider nicht gerade sehr kleinen Gruppe (siehe oben), bei der die Probleme nicht von alleine vollständig verschwinden. In diesem Fall, zumindest aus unserer Sicht, haben Sie durch das Warten ein „Eigentor geschossen“. Neben der langen Zeit der Einschränkung ist der zu betreibende Aufwand später häufig erheblich größer, um eine deutliche Verbesserung Ihrer Beweglichkeit zu erreichen (so zumindest unsere Beobachtung und Eigenerfahrung).

Daher aus unserer Sicht folgende Empfehlung:
Egal ob bei uns, bei anderen Therapeuten oder durch Eigenbehandlung: beginnen Sie möglichst bald mit einer Strategie, die den Zustand Ihrer Schulter (Schmerzen und Beweglichkeit) verbessert.

Unserer Erfahrung nach führt dies schneller zu besseren Ergebnissen.

Geht es nicht voran: Strategiewechsel, nicht ewig warten! Wenn es nicht vorangeht, gibt es meist gute Gründe dafür, dann müssen diese Ursachen gefunden und behoben werden. Wir helfen Ihnen gerne dabei. Rückblickend, nach einigen Jahren Erfahrungen mit Frozen Shoulder-Patienten, stellen wir fest, dass es eigentlich gar nicht so kompliziert ist, wenn man zur richten Zeit die richtigen Dinge tut. Das gilt für unsere Therapie als auch für Ihre eigenen Maßnahmen!

Unser Behandlungsplan bei Frozen Shoulder

In dieser Reihenfolge gehen wir in 7 Schritten bei der Behandlung einer Frozen Shoulder vor:

1. Im Vorgespräch schildern Sie Ihre Beschwerden.

Dies haben Sie vermutlich schon bei Ihrem Arzt oder in verschiedenen anderen therapeutischen Settings getan. Wir benötigen aber noch mal Ihre Schilderungen, weil sich daraus
– für uns Hinweise ergeben, inwieweit Ihre Faszien betroffen sind (wie gesagt, dies ist unserer Erfahrung nach häufig der Fall und wird häufig übersehen)
– oder ob sich Ihre Beschwerden für uns völlig ungewöhnlich anhören und dann, zumindest aus unserer Sicht, möglicherweise nicht typisch für veränderte Faszien sind.

2. Wir untersuchen Sie.

Dies beinhaltet meist eine Palpation (Betasten) Ihrer Gewebe. Hier ergeben sich weitere Erkenntnisse, ob es sich aus unserer Sicht um ein Faszienproblem handelt.

3. Wir besprechen mit Ihnen unsere Erkenntnisse und Einschätzung, wie wahrscheinlich Sie von einer Behandlung Ihrer Faszien profitieren würden.

(Anmerkung: anders als im kassenmedizinischen System sind wir in unserem freiwilligen „Geschäftsmodell“ darauf angewiesen, dass Sie zufrieden sind. Wir können nicht hellsehen, verfügen aber über einige Jahre Erfahrung bei der Behandlung von Faszien. Da wir uns über viele Jahre einen guten Ruf bei der Behandlung hartnäckiger Fälle aufgebaut haben, haben wir kein Interesse, Ihnen Behandlungen „aufzuschwatzen“, die Sie nicht benötigen oder weiterbringen.)

4. Wenn es sich aus unserer Sicht um ein Faszienproblem handelt, beraten wir Sie über die nächsten Schritte.

5. Wir behandeln Sie.

Abhängig vom Feedback der ersten Behandlungen passen wir unsere Behandlungen an und reduzieren üblicherweise Schritt für Schritt Ihre Beschwerden bis Sie zufrieden sind oder sich keine zusätzlichen Verbesserungen mehr einstellen.

6. Im besten Fall sind Sie dann beschwerdefrei oder haben im zweitbesten Fall eine ausreichende Linderung,

um wieder die Dinge tun zu können, die Ihnen wichtig sind.

7. Abhängig vom vermuteten Grundproblem, welches möglicherweise zu Ihren veränderten Faszien und damit zur Frozen Shoulder geführt hat,

zeigen wir Ihnen oder beraten Sie, wie Sie sich ggf. selbst helfen können, um Ihre Faszien in einem besserem Zustand zu halten, so dass möglichst Ihre Beschwerden zukünftig nicht wieder auftreten.

Literaturverzeichnis

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